Donnerstag, 29. April 2010

OL Karten im Wallis


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Stand Februar 2010.

Nun. Da tut sich was. Diese Karten finden sich nicht mehr im Kartenverzeichnis von Swiss Orienteering und existieren de facto nicht mehr. Ihr verschwinden gehört zu einer Reihe von Sanktionen, die der Zentralvorstand des Schweizer OL Verbandes gegen den OL Läufer Thomas Scholl, Frauenfeld verhängt hat.

Beschluss des Zentralvorstandes von Swiss Orienteering vom 25.04.2010 betreffend Einschränkung der Handlungfreiheit von Thomas Scholl

Gemäss einem Beschluss der Delegiertenversammlung 2010 von Swiss Orienteering wird die Privatperson Thomas Scholl in seinem Handlungsspielraum im Verband stark eingeschränkt.
Der Beschluss im Wortlaut

Massnahmen

  • TS wird nicht mehr als Technischer Delegierter eingesetzt
  • Er wird der Leitung der Regionalen Fachstelle OL und Umwelt enthoben
  • Er darf sich nicht mehr an der Organisation von nationalen und internationalen Wettkämpfen beteiligen
  • Niemand darf mehr auf seinen Karten nationale oder internationale Wettkämpfe ausrichten
  • Seine z.Z. 54 Karten werden per sofort aus dem Kartenverzeichnis des Verbandes gestrichen
  • Er wird in seiner journalistischen Tätigkeit boykottiert
  • Er darf sich an keinerlei Verbandsprojekten beteiligen (sCOOL, Erwachsenensport)
  • Sein Einspracherecht an internationalen und nationalen Wettkämpfen wird eingeschränkt
  • Hängige Rekurse von TS werden eingestellt
  • Rekurse, Eingaben, Beschwerden, Anfragen und dergleichen werden nicht mehr behandelt
  • Sollte TS trotzdem an nationalen und internationalen Wettkämpfen einsprechen, dann wird er in Zukunft von solchen ausgeschlossen
  • TS darf keine Kartenprojekte mehr einreichen, eingereichte Projekte werden sistiert
  • TS wird von jeglicher Art Tagung, Konferenz, Versammlung oder Weiterbildung nicht zugelassen


Rahmen
Der ZV verzichtet auf eine ordentliche Publikation des Beschlusses. Der ZV belegt den Beschluss mit einer Einsprachesperre gegen die Massnahmen seitens des ZV und der DV bis 2013.


Persönliche Beurteilung

Muss man da noch etwas anfügen? Ich belasse es bei einer Zusammenfassung.
1. Der Beschluss hat keine statuarische Basis
Zwar kann die DV ein Sonderreglement Scholl beschliessen, aber nicht 'im Grundsatz' und unter Abgabe jeglichen Mitspracherechts in der Ausarbeitung. Sanktions-Reglemente müssen immer publiziert werden und unterstehen dem Einspracherecht (Statuten 21&22).
2. Der Beschluss wurde nicht durch die DV legitimiert.
Der Beschluss enthält Punkte, die nicht im von der DV beschlossenen Antrag stehen. Diese haben nicht einmal 'im Grundsatz' eine Legitimation.
3. Der Beschluss schadet dem Orientierungslauf in der Schweiz
Entgegen dem DV-Beschluss verhängt der ZV-Beschluss weitergehende Sanktionen, wie ein sofortiges Verbot des Verkaufs der bestehenden Karten. Das sind in erster Linie 52! OL Karten im Wallis die damit von heute auf morgen verschwinden. Mit dem bevormundenden Verbot auf seinen Karten nationale Wettkämpfe auszurichten wird der OL im Wallis defacto beerdigt.
4. Der Beschluss arbeitet mit wirtschaftlichem Embargo und Zensur
Das Verkaufsverbot und zusätzl. die Absichterklärung Thomas Scholl als Journalisten zu behindern haben als einziges Ziel diesem zu schädigen.
5. Der Beschluss versucht, das Mitspracherecht der Vereine zu beschneiden.
Zuerst umgeht man die DV indem man den Beschluss einer Absegnung entzieht. Dann wird die DV auch noch bis 2013 von einem Änderungsantrag ausgeschlossen. Dreist für einen Beschluss, der vorgibt, er sei durch die DV legitimiert.
6. Der Beschluss soll vor den Vereinen möglichst geheim gehalten werden.
Auf eine Publikation wurde verzichtet um 'unnötige Aufmerksamkeit' zu vermeiden.

Mittwoch, 28. April 2010

Läuferdichte 2.Nat.OL 2010 Chomberg

Eine kleine Fingerübung: Die Läuferdichten nach Routegadget dargestellt als Photoshop 3D-Landschaft. Grün = bis 30 Läufer, Gelb = bis 180 Läufer, Magenta = um 360 Läufer, Rot = um 1400 Läufer.

Montag, 26. April 2010

Kein Privatleben

Die NOC 2009 in Salo muss wirklich knüppelhart gewesen sein. Siehe zum Beispiel die Sammlung von Fehlern bei der Langdistanz, Staffel und Mitteldistanz alle auf World of O. Ich habe mich in der letzten Zeit nochmal mit diesem Wettkampf beschäftigt, da er mittels GPS-Tracks vorzüglich dokumentiert ist. Und siehe da...

... Annika Bilstam, an ihrem schwärzesten Tag: Sie verpasst den 7 Posten, sucht 2'30" um gleich darauf den 8 Posten, den sie nota bene schon einmal angelaufen ist gut drei weitere Minuten zu suchen. Natürlich ist das schon grundsätzlich bitter, aber eben seit GPS und Co. schaut dir auch noch die ganze Welt über die Schulter.

Dienstag, 20. April 2010

Packfigures und GPS

Packfigures basiert auf den Zwischenzeiten-Daten eines Wettkampfes. Daraus wird abgeleitet, wer mit wem bei einem Posten war, wer mit wem über mehrere Posten zusammen war und wer in den gemeinsamen Phasen wieviel schneller/langsamer unterwegs war als allein. An gewissen internationalen Wettkämpfen werden alle Teilnehmer mit GPS Geräten ausgerüstet, was nähere Aufschlüsse zum Geschehen zwischen den Posten bringt. In dieser Untersuchung werden die Aussagen basierend auf den Datengrundlagen Zwischenzeiten und GPS-Daten verglichen.

Methoden
Auswertung der Zwischenzeiten Packfigures
Beim Vergleich der Zwischenzeiten wird analysiert, ob Läufer innerhalb eines sog. Kontaktraumes von +/-15 Sekunden zueinander einen Posten stempeln. Tun sie dies, wird dies als gemeinsames Anlaufen eines Postens gewertet (CP = Controlpack). Laufen sie in der folge mindestens den nächten Posten gemeinsam an, wird angenommen, dass sie den ganzen Posten zusammen absolviert haben (LP = Legpack). Schliesslich werden die Lauftempi alleine und innerhalb einer Gruppe berechnet um einen Anhaltpunkt zum Nutzen der jeweiligen Gruppe zu erhalten.
Es ist anzunehmen, dass der Kontaktraum beim Posten die Realität annähernd abbildet, m.a.W. dass zwei Läufer, die innerhalb von 15 Sekunden stempeln, sich in der Regel auch gesehen haben. Geschenisse zwischen den Posten sind dagegen nur unscharf abgebildet. Zwar wird bei der Auswertung auf die Interpretation von CP verzichtet, Laufen zwei Läufer unterschiedliche Routen und treffen erst beim Posten wieder zusammen oder laufen zwei Läufer über weite Strecken zusammen und verlieren sich erst kurz vor dem Posten, so werden diese Abschnitte fälschlich interpretiert.

GPS Daten
Bei Vergleich der GPS Daten werden diese ebenfalls mit einem Kontaktraum versehen (20m seitlich, +/-7.5 Sekunden in Laufrichtung) und dann die Kontakträume aller Läufer miteinander verschnitten. Auftreten und Charakter der Schnittvolumina erlauben Aussagen über den Verlauf der Gruppe.
Hier sind Unterschiede zwischen angenommenem und effektivem Kontaktraum, sowie die Genauigkeiten der GPS Signale sensibel. Die Aussagen sind qualitativer als bei Packfigures, haben dafür aber keine quantitative Komponente.

NOC 2009 Middle W21
Beide Methoden und deren Unterschiede werden anhand des Finals über die Mitteldistanz der Frauen an den Nordischen Meisterschaften 2009 in Salo (SF) bzw. der Siegerin Helena Jansson veranschaulicht.
Die Bahn W21 (Quelle:www.simoneniggli.ch)

Laut der Analyse der Zwischenzeiten, hat Jansson Posten 4 im Kontakt mit der 1 Minute vor ihr gestareten Dänin Signe Söes angelaufen, Posten 10 im Kontakt mit der Norwegerin Anne Margrethe Hausken und der Schwedin Annika Bilstam. Ab Posten 11 war sie mit der Tschechin Dana Brozkova unterwegs bis nach Posten 15, bevor sie kurz vor Schluss noch auf die Finnin Marja Rantanen aufgelaufen ist.

Die Route von Helena Jansson aus der Nudelperspektive. Das kleine Bild rechts zeigt die Nudel von der Seite.

Die Analyse der GPS Daten zeigt, dass Jansson unterwegs zu Posten 2 schon einen losen Kontakt zu der vor ihr gestarteten Söes hatte, bevor sie beim 3 definitiv zu ihr aufschliesst. Söes und Jansson laufen eigenständig zu 4, den sie zusammen stempeln. Jansson läuft zuerst den rechten Flügel zum zweiten Zentralposten (7). Dort trifft sie auf Hausken, welche direkt vom ersten Zentralposten kommt. Den linken Flügel laufen sie bis auf kleine Aussetzer im Postenraum in stetem Kontakt, aber eigenständig. Erst den ersten Zentralposten (10) laufen sie gemeinsam an. Auf dem linken Flügel gibt es weitere kurze Kontakte mit Soes und Bilstam (liefen beide zuerst direkt durch das phi). Zum Ende des phi-Loops kommt sie in Kontakt mit Brozkova, zu welcher sie bis zu 15 aufläuft und hinter sich lässt. Zwischen 17 und 18 sieht Jansson Rantanen vor sich, kann aber nicht aufschliessen. Zwischen 18 und 19 kreuzt sie Hausken, Söes und Bilstam, die unterwegs zu 17 sind. Die letzten beiden Posten sieht sie Rantanen vor sich.

Schluss
Es zeigt sich, dass die Packfigures trotz den gewählten Vereinfachungen den Charakter des Rennens gut wiedergibt. Zusätzliche kurze Kontakte zwischen den Posten treten zwar auf, aber scheinen sie aufgrund der Auftrennung vor dem Posten nicht erfolgführend gewesen zu sein. Wen zum Beispiel Jansson vor Posten 9 den Kontakt zu Hausken verliert, oder vor 18 den Kontakt zu Rantanen, so kann man von einer eigenständig erbrachten Navigationsleistung ausgehen. Auch stimmig sind die als LP gewerten Posten jeweils im steten Kontakt zueinander absolviert worden.

Freitag, 16. April 2010

H 35- am 2.Nationalen 2010

Die Meisten und die Schnellsten
Die auf Routegadget zum 2.Nationalen 2010 vom 28.März in Brütten eingezeichneten Routen geben Anlass zu einer kleinen Analyse. Dank den Routen kann man sehen, welche Routen die schnellsten Läufer auf den jeweiligen Abschnitten gewählt haben und es lassen sich aufgrund der Routen Dichtekarten rechnen (ein .php-Skript von Jarkko Ryyppö), welche zeigen, welche Routen die Mehrheit der H 35- gewählt haben.

Vergleich
Vergleicht man beides, so könnte dies zum Beispiel so aussehen:


Technische Details
Die Dichtekarten werden aufgrund der gezeichneten Routen berechnet. Dabei erhält jede gezeichnete Route eine Gewichtung: Die Gesamtheit der gezeichneten Routen repräsentiert die Gesamtheit der Läufer in der Kategorie. Im konkreten Fall wird von 13 gezeichneten Routen auf die Routen von 23 Teilnehmern geschlossen. Das Gewicht einer Route ist demnach 23/13 = 1.75. Die Routen wurden aus Routegadget abgezeichnet. Es wurde jeweils die Route des bestrangierten verwendet. Bei nicht-bestzeit wurde der Rang in Klammer angefügt. Abkürzungen: E für Eyer, V für Vieser, H für Hotz und G für Granacher. Schade, hat P wie Plattner seine Routen nicht gezeichnet.

Analysen
Eine Vielzahl der Bestzeiten wird durch eine direkte Route erzielt. Vieser läuft zu 1 nicht via Schneise auf die Strasse. Eyer kommt zu 2 relativ spät auf die Strasse. Granacher zu 4 direkt. Eyer zu 7 direkt anstatt via Waldrand usw.
Auf den längeren Posten gewinnen dann Makro- und Mikroroutenwahl an Bedeutung. Zu 9 umläuft Eyer den Graben über die Wiese. Zu zehn überquert er den Graben oberhalb der Bachgabel, kommt dadurch direkt auf die Kurve und läuft schliesslich den Posten mit minimaler Steigung aus dem zweiten Graben linksherum an. Zu 16 fällt auf, dass Eyer nach dem ersten Graben direkter an den Waldrand läuft und den Posten schliesslich direkt von oben anläuft. Seine Route zu 18 ist direkt, während das Gros der Läufer die eine oder andere Strasse sucht.

Samstag, 10. April 2010

La Mutta 5/5

Details
Flims Waldhaus
, Schweiz
1:10'000, 5m, 2003
Kartenbezug: OLG Chur
Nächste Haltestelle öV: Bus: Laax, Staderas; Flims, Waldhaus Sportzentrum; Flims Waldhaus, Post;

Beschrieb
Bergsturzgebiet mit intressantem Feinrelief (SW-Teil, N-Teil), Steingebieten (Bis zu 20m hohe Steintürme, NE-Teil) und allg. guter Belaufbarkeit. Nordteil Tannenwald mit Grasboden, Südteil Föhrenwald mit Grasboden.

Besonderes
Ein abschliessendes Bad im Cauma-See ist das Highlight dieses Highlights.

Karte
Kartierung: sehr gut.


Legende
-/5 Keine Bewertung
1/5 Mittelmässiges Gelände mit destruktiven oder langweiligen Elementen
2/5 Mässiges Gelände tut nicht weh, aber mehr auch nicht
3/5 Intressantes Gelände
4/5 Schönes und intressantes Gelände
5/5 Top-Karte: Technisch anspruchsvoll, läuferisch nicht destruktiv, Landschaftlich schön, gute Karte

Hinweis
Kartentrainings auf der Basis der oben angezeigter Karte sind ausdrücklich nicht erwünscht. Man schadet sich selber, prellt den Besitzer um sein verdientes Entgeld und umgeht Vereinbarungen, die der ansässige Verein mit den ansässigen Behörden geschlossen hat.