Donnerstag, 24. Juni 2010

OL wird olympisch

Ab 2012 wird OL in den Disziplinen Ultrasprint, Mitteldistanz und Langdistanz an den Olympischen Spielen präsent sein. Der internationale OL Verband hat dafür ein paar Kompromisse in Kauf genommen (u.a. sind die Bahnen schon bekannt, siehe Abb.1-3.) aber wie heisst es bei Olympia so schön?
Dabei sein ist alles.
:-)

Abb.1. Ultrasprint Disziplin OL, Olympische Spiele 2012 London

Abb.2. Mitteldistanz Disziplin OL, Olympische Spiele 2012 London

Abb.3. Langdistanz Disziplin OL, Olympische Spiele 2012 London

Mittwoch, 16. Juni 2010

Trondheim Open 2010 - Ein Gabelfreund legt Bahnen


Abb.1. Zeitaufnahme Trondheim Open Mitteldistanz Männer, Startintervall 1 Minute. (Quelle:tulopalvelu.fi)

Das diesjährige Trondheim Open war vom Aspekt der Läufertrennung bemerkenswert. Die Qualifikation über die Mitteldistanz bestand aus eine zwei ineinander gegabelten Schlaufen (Abb.1). Der Final beinhaltete dann zuerst klassisches Phi und nach dem Überlauf aus ... na was? Sagen wir mal zwei mittig gegabelte Schlaufen mit aufgetrenntem Basisposten (Abb2.). In beiden Wettkämpfen ist unklar, ob es einen Kartenwechsel gab.(s.u.)


Abb.2. Bahn H21 Trondheim Open Final, Jagdstart.(Quelle:tulopalvelu.fi)

Abb.3. Zeitaufnahme H21 Trondheim Open Final, Jagdstart.(Quelle:tulopalvelu.fi)

K: Man fragt sich, was das Ziel einer solchen Gabelungsfreude ist. Die Bahnen werden dadurch nicht besser. Die Läufer werden zwar regelmässig getrennt, aber warum macht man dann hier einen Jagdstart (bei dem erst kurz vor Schluss klar wird, wer eigentlich wo steht) und dort ein 1-Minuten Startintervall? Dann sind die Posten nicht derart fein gegabelt, dass damit selbstständiges Navigieren wirklich gefördert wird. Man muss nur erkennen, dass der Kollege eine andere Schlaufe antritt. Nun bin ich gespannt, ob und wo es einen Kartenwechsel gab. (siehe unter Kommentare // Die Gabelungen waren demnach auf der Karte ersichtlich)

N (16.Juni 2010): Ich habe an den Veranstalter eine Anfrage geschickt mit der Bitte mir kurz darzulegen, was die Idee/das Konzept/die Einschränkungen waren, welche zu dieser Laufanlage geführt haben und ich erhielt folgende Antwort vom Bahnleger:
This is modern coursesetting

(Per Arne Troset per mail)

Freitag, 11. Juni 2010

Hein Verbruggen hat auch Mitleid

'Der Junge tut mir ehrlich gesagt ein bisschen leid', sagte Verbruggen.

Ganzer Artikel Süddeutsche Zeitung vom 10.Juni 2010

K: Der Vollständigkeit halber und nicht gerade orginell die Aussage von Hein Verbruggen, dem vormaligen Präsidenten der UCI. Mittlerweile wird Armstrong seinen Kühlschrank in Girona längst ausgebaut haben.

Dienstag, 8. Juni 2010

OL Sprache II - Matthias Müller EOC10 Sprint

Der Start aus der Zielarena heraus ist immer etwas besonderes, man muss sich besonders gut im Griff haben, damit man nicht gleich zu beginn schon überdreht. Mir ist das gut gelungen, ich kam sofort auf die Karte und fand die ersten beiden Posten im Sand ohne Probleme.

Ein erstes Mal wurde es etwas bränzlig auf dem Weg zu 3. Auf der Stasse sah ich rechts nur noch im Augenwinkel den Zaun aufhören und verpasste danach fast den Weg in den Wald. Die Umstellung war enorm, plötzlich musste man alles mitlesen und konnte nicht mehr einfach auf Sicht laufen, so wie noch im Sand.

Auf dem Weg zu 4 sah ich den vor mir gestarteten Skjeset unterwegs zu fünf. Ich merkte, dass mich da eine Routenwahl erwartet und man nicht einfach gerade laufen könnte. Ich entschied mich für die gleiche Route wie der Norweger, hatte aber vor dem Posten etwas Probleme, die Hausecken zu sortieren und zögerte etwas.

Bei 6 kam der nächste Technikwechsel : schwieriger Wald OL, Richtungskontrolle, Kompass. Zuerst verpasste ich aber fast den Weg in den Wald und schoss auf halber Strecke etwas übers Ziel hinaus. Wie ich dann aber in den Postenraum kam, sah ich Skjeset vor mir, ich hatte ihn bereits fast aufgeholt. Deshalb entschied ich mich zu 7 auch für die offensive direkte Route. [...]

Matthias Müller zum EOC 2010 Sprint Final
Ganzer Text (migrilli.ch vom 8.Juni 2010)
Alle Analysen Matthias Müller EOC 2010

K: [Hervorhebungen von mir] Ausgeprägte mentale und technische Aspekte in Matthias Müllers OL Sprache.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Lückenbildung EOC Männer Staffel

Abb.1. Lückenbildung in Staffel der Männer an der EOC 2010 in Bulgarien.

K: Auf den ersten Blick sieht man den von Abschnitt zu Abschnitt abnehmenden Agglomerations-Effekt. Möglicherweise wird dieser dadurch verstärkt, dass die schwächeren Teams ihre besten Läufer auf den Start stellen, während die besten Teams die besten auf den Schluss schicken. Weiter fällt auf, dass am Schluss viele in Gruppen einlaufen.

N: 2.6.2010: Die Gruppen kommen am Schluss in einem sehr gleichmässigen 2 Minuten Rhytmus rein. Wie kommt dieser wohl zu stande ?? - Auch schön sieht man das 'Russendach': Nach Tsvetkovs Fehler zu Beginn der Staffel waren Russland 1 und 2 bei der ersten Übergabe zusammen. Auf der zweiten Strecke liefen Leonid Novikov und Andrej Khramov gleich auf. Auf der letzten Strecke gesellte sich dann noch der Ex-Russe Mamleev zu Valentin Novikov und Alexej Bortnik. Dieser Russenexpress lief schliesslich auf FIN1, NOR2, CZE1, GBR1 und ITA1 auf.

Dienstag, 1. Juni 2010

Fehlersprache

Abb.1 Posten 7 EOC 2010, Bulgarien, Mitteldistanz Qualifikation Damen Feld 2 (von unten (6) nach oben (7); Quelle: www.simoneniggli.ch)

... Ich lief vor dem Weg an einer Senke vorbei und dachte, dass es diejenige wenig links vom Strich sein. In Tat und Wahrheit lief ich aber weiter links an der anderen Senke vorbei. So lief ich natürlich parallel falsch den Hang hinunter und kam so um einiges zu weit links. Ich hatte schon ein Warnsignal im Hinterkopf und als ich links eine Mulde sah, dachte ich eigentlich schon, dass es die falsche war...
Simone Niggli über EOC2010 Middle Qualifikation auf simoneniggli.ch

K: Simone Nigglis Fehlersprache* ist deskriptiv. Nicht technisch (z.B. Kompassfehler den Hang hoch), nicht analytisch (z.B. nach der einfachen Wegpassage unkonzentriert) und nicht modellhaft (z.B. nach der einfachen Wegpassage den Kartenkontakt verloren, dadurch ein zu schematisches Konzept ohne Details, über die kleine Mulde gestolpert und diese falsch zugeordnet (Abreisser)).
(*Fehlersprache als mögliches Fenster zum mentalen Modell der AthletInnen)

N (2.Juni 2010): Hier noch ein Beispiel für Simone Nigglis Fehlersprache. Ebenfalls vorwiegend deskriptiv.