Montag, 28. Februar 2011

Trennmethode 'Runners Choice' von Tore Sagvolden, NOF

Abb.1. Trennmethode 'Runners Choice' vom ehem. Weltklasseläufer Tore Sagvolden (N; Text (norwegisch); Screenshot aus pdf)

Kommentar
Die Methode hat eine Reihe offensichtlicher Schwachpunkte. Zuerst ist die Gabelungsmethode transparent, d.h. der Läufer weiss genau, welche Alternativen bestehen. Solche Gabelungen sind i.a.R. wertlos. Dies gilt insbesondere wenn im Pulk gelaufen wird, wo sich dann innert Kürze drei eindeutig zuordenbare Gruppen bilden.
Die drei Alternativen müssen gleichwertig sein, sonst wählen alle diesselbe. Sind sie aber gleichwertig, dann spielt es keine Rolle, welche man wählt und so ist es taktisch nur logisch, dass zum Beispiel die Schweizer Athleten schon im Vorfeld festlegen, dass sie alle die Alternative c wählen oder sich zumindest auf Geheimzeichen einigen.
Unter diesen Gesichtpunkten hat die Gabelungsmethode nur  noch den möglichen Effekt des 'Zonk', z.B. wenn auf deiner Wahl das Feld eindeutig schwächer ist, als in den anderen zwei ... aber keinerlei taktische Komponente.
Zuletzt die technische Lösung des 'Entscheidungspostens'. An einer WOC10 Staffel stempeln gerne mal 18 Läufer innerhalb von 20 Sekunden oder Tiomila 77 in 60 Sekunden. Wie soll das gehen, dass der Konkurrent nicht sieht, was der Vorläufer stempelt, ohne dass es zu einem Rückstau kommt?

Automatische Erkennung von Kartenkontakten XI: Kennzahlen mit Quickroute

Ein kleiner Nacht-OL in der Nähe ist Anlass meinen neuen Prototyp für die Halterung des HOBO am Handgelenk und Quickroute für AMRD zu testen.
Abb.1. Halterung fürs HOBO [Softcast, Skibändel]

Galgener Nacht OL
Am 25.Februar 2011 Löliwald Hüllerich 1:7500, oberhalb Pfäffikon SZ. Veranstalter OLG Galgenen. Bahn lang. Traditionell viele und teilweise komplexe Schlaufen.

Halterung
Die neue Halterung mit Softcast und Skibändel (Abb.1.) wie eine Uhr getragen sitzt einwandfrei, ist angenehm und verrutscht nicht. Produktionsreif.


Kartenkontakte
  Abb.2. Position und Dauer der Kartenkontakte M.Lerjen Galgener Nacht OL 2011, Bahn lang.

Viele sehr kurze Posten verführen zu nicht-prospektiven Lesen. Meistens ist die reine Richtungsinformation ausreichend. Dadurch wenig lange (vorauslesende) und wenig ganz kurze (bestätigende/verfeinernde) Kartenkontakte. (Kennzahlen s.u.)

Posten 12 läuft man besser obenrum an. Der Posten ist nicht vorbereitet (Muster zu 11.) und der Kartenkontakt zu Beginn des Abschnittes ist mit 4 Sekunden zu kurz bzw. der Posten wurde offensichtlich nicht zu Ende gelesen. (Dies geschieht erst mit dem längeren Kartenkontakt auf dem Weg unten; ->Abreisser)


Quickroute Kennzahlen

Abb.3. Kennzahlen aus Quickroute (Screenshot QR V2.3 +Mapreading; Abschnittszeit, Lesezeit, Anteil Lesezeit, Anzahl Kartenkontakte, mittl. Dauer Kartenkontakt, mittlere Zeit bis zum nächsten Kartenkontakt, Geschwindigkeit während Kartenkontakt, Geschwindigkeit ohne Kartenkontakt ).

Auf 33 Minuten, 9 Minuten Karte lesen, 110 Kontakte mit einer mittleren Dauer von 4.9 Sekunden und kurze 12.6 Sekunden im Schnitt zwischen zwei Kartenkontakten.  Das mittlere Lauftempo mit und ohne Kartekontakt ist praktisch gleich hoch (zu erwarten, da ein grosser Anteil Kartenkontakten auf Wegen).

Abb.4. %uale Verteilung der Kartenkontakte nach Kontaktdauer. Häufung von mittleren Kartenkontakten  5- 10 S als Phänomen des Next-Step-Lesen. Prospektives Lesen hat wohl mehr ganz kurze und weniger mittlere. (Screenshot QR V2.3 +Mapreading).

Beurteilung
Die Perspektive an sich eignet sich gut um Wettkämpfe aus der Perspektive des Lese-Timing zu beurteilen. Für die Interpretation der Kennzahlen braucht es noch ein paar Erfahrungswerte mehr.

Donnerstag, 17. Februar 2011

O-Technik-Training: Kopf-hoch OL.

Eine Trainingsform von Michael Eglinski/okansas: Um die Sicht in die Weite zu trainieren sind in diesem Training die Posten nicht anzulaufen, sondern bloss zu sehen. Damit wird Weitblick trainiert.
Abb.1. Fiktives Beispiel für ein Kopf-hoch-Training mit gelaufener Route, Postenstandorten (grosse Kreise) und Punkten an welchen die Posten per Sichtkontakt quittiert wurden (kleine Kreise). Quelle: okansas 13.2.2011.

Dienstag, 15. Februar 2011

WOC 2014: Langdistanz mit Massenstart und Knock-Out.

Ein Beitrag zur Diskussion neuer OL Formen insbesondere Massenstart an den Weltmeisterschaften im Orientierungslauf.

Abb.1. Bahnanlage eines Langdistanz mit Massenstart und Knock-Out. 1.Entscheidung nach Loop A bzw. B. Zweite Entscheidung nach Loop A&B. Dritte Entscheidung nach Loop C. Total 5 mögliche Sprintentscheidungen. Bei 48 Startern sind am Schluss noch 6 in der Entscheidung.

OL Laser 1.1.: OCAD10 verliert ein Haupt-Verkaufs-Argument.


Nachtrag 7.Sept.2011: Version 1.2. ist draussen. Neu mit automatischer Erkennung von Felsen.
Seit gestern ist die Version 1.1. der Freeware OL Laser erhältlich. Der Schwede Jerker Boman hat OL Laser zur Aufarbeitung von laserbasierten digitalen Höhendaten entwickelt. Laserdaten können in den gängigen Formaten eingelesen werden und daraus Reliefschattierungen und Höhenkurven berechnet werden. Schatten-Bilder und Höhenkurven können anschliessend einfach gespeichert und in OCAD importiert werden.
Damit bildet OL Laser die zentrale Neuerung von OCAD10 1:1 als Freeware ab.

Ein Nachtrag zur Chronologie. Jerker hat damit begonnen, weil es bei OCAD (9) keine entsprechende Funktionalität gab.

Freitag, 4. Februar 2011

Eigene Logik: Fiona Kirk wird vom Nationalkader ausgeschlossen, weil sie offen gegen eine Geländesperre der WOC 2012 verstösst

Abb.1. Fiona Kirk ganz rechts. (Bild anlässlich JWOC 2009 Relay, Goldmedaille zusammen mit Julia Gross und Sophie Tritschler; Verlinkt von ultimate-orienteering.com)

Fiona Kirk wurde Ende 2010 nicht ins Nationalkader aufgenommen. Die Gründe dazu sind speziell, handelt es sich doch nicht um leistungsmässige Überlegungen, sondern um Kriterien im Zusammenhang mit der OL-WM 2012 in Lausanne.

Fiona Kirk ist seit Herbst 2010 Studentin an der ETH Lausanne (EPFL), die im Sperrgebiet des WM-Sprints 2012 liegt. Zusammen mit Matthias Niggli als Chef Leistungssport wurde eine Lösung des Problems gesucht. Die Athletin erklärte dann, dass sie auf den WM-Sprint verzichte, da sie die Sperrgebietsregelungen nicht beachten könne. Sie hat danach im Sprint-Sperrgebiet Lauftrainings gemacht und zudem am Lausanne Halbmarathon teilgenommen, der durch das Sperrgebiet führt.
Nach Interpretation der Kaderverantwortlichen hat sie mit diesem Vorgehen gegen die veröffentlichten Regeln verstossen. Diese gelten für potenzielle Teammitglieder der WM 2012. Das Selektionsgremium hat darauf entschieden, dass alle Kaderangehörigen 2011 und 2012 potenzielle WM-Teammitglieder sind, da in den nächsten 2 Jahren alles Richtung Heim-WM aufgebaut wird. Aus diesem Grund kann Fiona Kirk bis nach der WM 2012 nicht ins Nationalkader aufgenommen werden. Sie darf aber an Selektionsläufen teilnehmen und sich für andere internationale Wettkämpfe selektionieren.
www.swissorienteering.ch (Matthias Niggli/Nic Russi) vom 2.Februar 2011