Donnerstag, 21. Februar 2013

WOC 2013: Test LIDAR& karttapullautin

 
In Finnland, wo dieses Jahr die OL WM stattfindet, sind Laserdaten, sowie grundlegende Vektordaten frei zugänglich (Lantmäteriverket). Mit Jarrkko Ryyppös freier Software karttapullautin lässt sich so an einem Abend vor dem Computer eine ganz ordentliche Karte der Laufgebiete Mittel-Distanz, Staffel und Sprint herstellen (s.u.)... Das Gebiet der Langdistanz wurde dagegen noch nicht mit LiDar erhoben.

In Abb. 1 und 3 sind Ausschnitte die resultierenden Karten abgebildet und den entsprechenden Ausschnitten alter Karten gegenübergestellt. Richtig: Die LIDAR Karten wären recht gut, wären die flächendeckend vorhandenen alten Karten nicht noch besser für Vorbereitung geeignet.
[Ja. Der Weissblatt-Faktor einer WM ist nur noch minimal. Das ist das Resultat verschiedener Entwicklungen: Professionalisierung der AthletInnen, öffentlich zugängliche, immer detailliertere Daten, Leibnitz2000-Arenaproduktionen]
Abb.1 LIDAR/Karttapullautin Mittel/Staffel

Abb.2. Alte Karte Mittel/Staffel

 
Abb.3. LIDAR/Karrtapullautin Sprint Final

Abb.4. Alte Karte Sprint Final

Donnerstag, 14. Februar 2013

POM Monsanto Sprint - Einblick ins Kartografenhirn

Nachtrag: Um Zweideutigkeit zu verhindern. Es geht nicht darum Kollegen zu kritisieren, sondern darum zu zeigen, wie ein Kartograf versucht, die Darstellung der relevanten Information zu optimieren
Ich habe vor, etwas vom Feld der o-Politik zum o-kartieren abzudriften und beginne mit einem Einblick in ein Kartografenhirn.

Abb.1.Ausschnitt aus der Karte Monsanto Sprint, Portugal, 1:3000: Aufnahme und Zeichnung Alexandre Reis und Valdemar Sendim.

Bis zum vierten Posten bin ich OL Läufer, bevor ich auf dem virtuellen Weg zum fünften Posten plötzlich zum Kartografen werde (Darstellung der Passagen im Kastell). Dann allerdings gibt es kein halten mehr. :-)
Abb.2. Einblick ins Kartografenhirn.

Freitag, 8. Februar 2013

WOC ohne Quali (Simulation)

Nachtrag die Tabellen Damen und Herren in besserer Auflösung.
An der Generalversammlung des IOF letztes Jahr in Lausanne wurde u.a. die Zukunft der OL Weltmeisterschaften aufgegleist (IOF General Assembly 2012 Minutes). Neben der Einführung einer Mixed-Sprint-Staffel ist die Abschaffung der Qualifikationsrennen für Mittel- und Langdistanz ein zweiter Eckpfeiler der neuen WM. Fällt die Qualifikation an der WM selbst weg, so muss ein Weg gefunden werden um zu bestimmen, wer an der WM starten darf und in welcher Reihenfolge.

Heute hat der IOF Council seine Vorschlag diesbezüglich publiziert. Die Anzahl Startplätze einer Nation sollen grundsätzlich auf den Resultaten der WM der letzten zwei Vorjahres basieren (IOF Proposal Qualifikation Models). Die Startreihenfolge grundsätzlich auf dem IOF Worldranking (IOF Proposal Starting Order).

Um ein bisschen Überblick zu bekommen, habe ich zusammengestellt, wie es aussähe, wenn das vorgeschlagene Qualifikationsmodell (bzw. dessen Einführungsmodell) schon auf die diesjährige WM in Vuokatti eingeführt würde.

Herren
In der Spitzen-Gruppe mit je 3 Startern über Mittel-und Langdistanz wären: Frankreich, Norwegen, Schweden, Lettland, Tschechien, Finnland und die Ukraine. Finnland dürfte als Veranstalter sowieso mit einem ganzen Kontingent antreten.
Nicht in der ersten Gruppe ist Russland nach dem Nuller in der Staffel WOC 2012. Ebenfalls in der Gruppe 2 finden sich Litauen, Dänemark, Österreich, Estland, Grossbritanien, Italien, Ungarn, Slowakei, Polen, Bulgarien, Rumänien, Australien und Weissrussland. Sie alle würden dieses Jahr  mit zwei Athleten antreten dürfen.
Der Rest, die kleinen, hätten dann noch einen Startplatz, manchmal einen dazu, weil auch die Sieger der Regionalen Meisterschaften einen persönlichen WM-Startplatz bekommen, manchmal auch gar keinen, weil kein Läufer des Landes das Mindestmass der IOF erreicht hat  (mehr als 500 WRE Punkte). Betroffen von letzterem wären 2013 die Federationen Kenia, Montenegro, Kirgisistan und Griechenland.

Damen

Bei den Damen bilden Finnland, Schweden, Schweiz, Tschechien, Norwegen, Dänemark, Russland und Frankreich die Spitzengruppe.
In Gruppe 2 Grossbritanien, Litauen, Ukraine, Estland, Neuseeland, Australien, Lettland, Österreich, Ungarn, Spanien, Italien Kanada, China und Bulgarien.
 Der Rest sind die kleinen und Slowenien und Griechenland dürften nicht antreten.

Erste Beurteilung
Es ist schwierig die ganze Tragweite dieses Vorschlages zu ermessen, aber im Grundzug bedeuten die beiden Vorschläge des IOF Council zu Qualifikation und Startreihenfolge eine Ausweitung der WM in alle Richtungen. Die WM, bislang im Grunde genommen ein Standalone-Ding, wird allenortes angeknüpft...
  • Die WM der beiden Vorjahre, die Regionalen Meisterschaften des Vorjahres und jedes WRE (siehe Startreihenfolge) werden defacto zu einem Teil der WM. 
  • Die Nationen stehen in einer Art Sippenhaft  für die Leistung einzelner Athleten.
  • Direkte Aufstiege (beste Nation der Division) sind zufallsträchtig (siehe Tabellen oben). Sogenannte Leistungsaufstiege unwahrscheinlich (die Athleten der unterklassigen Nationen sollen in Unterzahl gegen die oberklassigen antreten).
  • Die Struktur regionaler Meisterschaften ist inhomogen (OOC = Australien vs. Neuseeland, NAOC = USA vs. Canada, EOC = Die beste Nationalmannschaft der Welt vs. alle :-), SAOC= Brasilien sucht den WM-Teilnehmer). Gewisse Federationen werden durch diese Regelung klar bevorteilt bzw. entsprechend benachteiligt.
  • Garantierte Startplätze für die kleinen gibt es leider nur zum Preis des unsäglichen 1.5 bzw. 2 min. Start-Intervalles
Man darf gespannt sein, wie sich dieses Modell durch die Runde in den Verbänden entwickelt.